KÜNSTLER FÜR SCHÜLER

Eine Arbeitsgruppe des Brandenburgischen Verbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler e.V.


Ich und Du (Anders sein) 

Bettina Hünicke


Theodor-Fontane-Gesamt-und Umweltschule, Zum Teufelssee 4, 14478 Potsdam
Jahrgangsstufe 7, 1x wöchentlich, 45 Minuten im Mittagsband

Technik: Zeichnung

1.Thema: Wie sehe ich mich selbst? Wie ich mich selbst sehe.
Durch die Arbeit am Hausgeist habe ich die Kinder etwas kennen gelernt und die starke Beschäftigung von ihnen mit sich selbst und dem Gegenüber, dem „Du“ fiel mir auf. Wie bin ich? Wie wirke ich auf andere? Bin ich ein Außenseiter oder eine Außenseiterin? Bin ich anders? Darf ich anders sein? Mag ich mich? Finden mich andere blöd? Mögen mich die anderen? Was mag ich an anderen?

Was finde ich doof?
Daraus ergab sich das neue Thema „Wie sehe ich mich selbst“. Selbstbildnisse.

Jedes Kind erhielt einen Spiegel und beobachtete sich genau und versuchte sich zu porträtieren. Wir arbeiteten mit Bleistift, Buntstift, Fineliner sowie Pastellkreiden. Wir sprachen über Proportionen, über genaues Hinsehen und Wahrnehmen, Licht und Schatten und wie Räumlichkeit und Plastizität entsteht.

Später fotografierten sich die Kinder gegenseitig. Die Fotos verwendeten wir zum weiteren Arbeiten am Selbstbildnis.

Technikmix: Malerei

2.Thema: Mein Idol
Aus den Selbstbildnissen entstanden Wünsche. Wie möchte ich sein? Wer ist mein Idol? Was ist mein Traum? Wer ist mein Vorbild? Wir arbeiteten mit Wasserfarben und Deckfarben auf Papier.

Resümee:
Ziel der Arbeit war es, sich nonverbal mit den Fragen der guten und bösen Geister und dem des Anderssein im alltäglichen Erleben auseinander zu setzen. Schon im Klassenraum erleben die Kinder: Ich gehöre nicht dazu, ich bin anders. Warum? Ist das Gut? Ist das schlecht?
Durch das bildnerische Arbeiten können die Kinder ihre eigenen Fähigkeiten entdecken. Ihre sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit wird gefördert und gestärkt. Dabei versuche ich – je nach Gruppenstärke nach und nach – auf jeden Einzelnen einzugehen. Jedes Kind arbeitet unterschiedlich schnell oder langsam und kann sich die Zeit nehmen, die es für die Aufgabe braucht. Was macht ihnen Mut, gibt ihnen Kraft, was liebt der Einzelne.

Beim Arbeiten vermittle ich Gesetzmäßigkeiten von Malerei und Grafik.

Ein abschließendes gemeinsames Betrachten und Austauschen - jeder wird gefragt, ob er seine Arbeit zeigen möchte - gehört dazu. Die eigene und gegenseitige Wertschätzung ist wichtig. Alle arbeiten an einem gemeinsamen „Ziel“, denn das kreative Tun verbindet. Sie entwickeln technische Fähigkeiten und Selbstwertgefühl. Die Vielfältigkeit der Bilder und Zeichnungen zeigt, das „Anderssein“ zu uns gehört.

Fotos Bettina Hünicke

Grafische Illustration zum Projekt "Ich und Du (Anders sein)"