Temporäres Kunstwerk für den öffentlichen Raum in der Stadt Brandenburg. Präsentationszeitraum März 2004.
Die mit farbiger Folie und Federstahldraht gebauten Kokonkörper leuchten bei Dunkelheit. Kokons sind von innen gewachsene Naturformen und symbolisieren Veränderung und Verwandlung. Die Objekte zeigen Prozesse, die sonst im Kleinen und Verborgenen ablaufen in starker Vergrößerung. Der Passant befindet sich für den Moment des Betrachtens in einem geschützten Gedankenraum, vergleichbar mit Andachtsräumen und kleinen Kapellen, die der geistigen Sammlung und Inspiration dienen.
Seit vielen Jahren befindet sich die Stadt in einem Wandlungsprozess. Äußerlich wahrnehmbar ist dieser Vorgang in der Gegenwart zahlloser Grabungs- und Baustellen. Schuttrutschen und eingerüstete Hausfassaden künden den Beginn sichtbarer Veränderungen an. Die Stadt wandelt sich und ist auf der Suche nach neuer Identität. Die Installationen ermöglichen einen geänderten Blick auf Brandenburg, indem sie ungewohnte Perspektiven herstellen. Sie kennzeichnen Orte künstlerisch, die seit langer Zeit in der Wahrnehmung nicht mehr enthalten zu sein scheinen.
Seidenraupenzucht hat eine lange Tradition im Land Brandenburg - noch heute geben Alleen mit alten Maulbeerbäumen und Straßennamen Zeugnis ab über die mühsamen und oft vergeblichen Versuche, Existenzgründungen auf diesem Gebiet zu fördern und hier anzusiedeln. Die künstlerischen Arbeiten sind Zeichen für die Einbindung der Landschaft in ihre kulturelle und wirtschaftliche Tradition.

